Radynia
Allgemeines
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Geschichte
Dieser Ort wurde erst um das Jahr 1690 in der Mitte eines zur Herrschaft Geppersdorf gehörigen, dichten Waldes gegründet und bestand anfangs nur aus dem Gusthofe und 13 kleinen Ställen, deren Inhaber herrschaftliche Arbeiter waren. Noch 1840 war das Abseits der von Leobchitz nach Jägersdorf-Schausee Straße liegende Gelände bewaldet. 1826 erwarben die Bewohner von Raden die herrschaftlichen Äcker und 1852 kauften sie auch den Wald. Der Name "Raden" stammt wohl von dem slawischen Personennamen "Rad" oder "Rada", was so viel bedeutet wie tätig oder freudig. Im Jahre 1849 traf den Ort ein doppeltes Unglück. Ein Brandt zerstörte fast das ganze Dorf und ein furchtbarer Hagel zerstörte alle Feldfrüchte. Das gab der Gemeinde den Madardus als Gelöbnistag zu feiern.
1723 hatte Raden einen Scholzen, 8 Bauern und 15 Gärtner. 1783 waren 9 Bauern und 20 Gärtner vorhanden und gegenwärtig zählte man mit dem Scholzen 9 Bauern, 31 Gärtner und 10 Häusler. Die Gemeindegrundstücke haben zusammen eine Fläche von 364 ha. Die Einwohnerzahl betrug 1730: 139; 1855: 283; 1890: 318 und 1920: 279. Seit 1902 hat der Ort Schauseeanschluß und seit 1908 Fernsprechverbindung. Die Post wird von Moker aus bestellt. Der ehemalige Bahnhof Moker lag etwa 2,5 km von Raden entfernt. Das alte Gemeindesiegel enthielt ein Rad, das neue zeigte erst keine Abbildung, doch dann änderte man es wieder, und nun zeigt es endlich wieder ein Rad.
Die nur aus Häuser und Ställen bestehende Kolonie Stirnau zählte 1723 nur 4 Häuser. Heute sind 6 vorhanden. Sie gehörte zur Gemeinde Dobersdorf. Der von Taubenberg kommende Bach fließt durch Stirnau und wird nach diesem Ort Stirnau genannt. Erst fließt er durch Stirnau und wird dann nach diesem Ort "Stirnau" genannt. Er fließt durch Raden, dann durch Peterwiz und mündet dann schließlich in Jägersdorf in die Goldoppa ein. In früherer Zeit trieb er bei Raden eine Mühle, die um das Jahr 1810 von französischen Soldaten niedergebrannt und dann nicht mehr aufgebaut wurde. Noch heute führt eine Wiese die Bezeichnung Mühlgartenwiese. Im Jahre 1723 bestand die Mühle noch nicht, sonst würde sie in dem Flurbuch von jenem Jahr erwähnt sein.
Kirliches
Die Kapelle zur heiligen Anna wurde 1742 von der Gemeinde zu einer kleinen Kirche erweitert und ist eine Tochterkirche von Troplowitz. Ein Sonntagsgottesdienst fand hier nicht statt, doch es wurde allwöchentlich eine heilige Messe gelesen. Taufen, Trauungen und Begräbnisse fanden früher in Troplowitz statt. 1878 erhielt die Gemeinde nach langem Bemühen endlich einen eigenen Friedhof. Die Taufen und Trauungen wurden aber weiterhin in der Pfarrkirche von Troplowitz vollzogen.
Von der Schule
Die Jugend aus Raden besuchte bis 1810 die Schule Moker. 1810 bis 1819 unterrichtete sie der Schönweier Lehrer Jauerning täglich zwei Stunden in einer gemieteten Stube. 1820 baute der Graf von Sedlnitskn für die 19 schulpflichtigen Kinder ein Schulhaus und stellte den ersten Lehrer namens Johan Mosler ein. Sowohl die Kinder der Kolonie Stirnau, als auch die katholischen Kinder von Moker wurden in diese Schule überwiesen und so stieg die Schülerzahl bald auf 40. 1868 brannte das alte, noch mit Stroh bedeckte Schulhaus ab. Das neue wurde an derselben Stelle mit vergrößerter Schulstube errichtet. An Schulgrundstücken waren 0,75 ha vorhanden. Nach Johan Mosler, der 1829 starb, folgten die Lehrer: Anton Heisig (1829 bis 1841), Joseph Neugebauer (1841 bis 1849), Johann Heisig (1849 bis 1856), Alois Leder (1856 bis 1883), Anton Trautmann (1883 bis 1886), Eduard Zeitner (1886 bis 1894), Max Heisig (1894 bis 1898) und Valentin Schibala (1898 bis 1910).
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